Wenn Du einen Trading-Plan erstellen willst, beginnst Du mit Deiner Trading-Strategie und ergänzt sie um Dich selbst: Dein Kapital, Dein Risiko pro Trade, Deine Ziele und Deinen Alltag. Dazu kommt ein Abschnitt, der festhält, was Du tust, wenn im Live-Trading etwas Unerwartetes passiert.
Oft höre ich die Frage, wo eigentlich der Unterschied zwischen Strategie und Plan liegt. Gute Frage, denn genau hier trennt sich ein Regelwerk, das auf dem Papier funktioniert, von einem, das Du entspannt in Deinem Leben umsetzen kannst. In diesem Ratgeber zeige ich Dir, wie ich einen Trading-Plan aufbaue und warum der persönliche Teil genauso wichtig ist wie die Regeln selbst.
Trading-Plan erstellen: Was unterscheidet ihn von der Trading-Strategie?
Eine robuste Trading-Strategie hat feste Regeln für vier Komponenten: das Chart-Setup, den Einstieg, den Ausstieg und das Trade Management dazwischen. Ob Du mit Indikatoren arbeitest oder mit Chart-Formationen, im Idealfall hast Du das alles einmal klar heruntergeschrieben. Diese Regeln sind der Kern, und sie gehören auch in Deinen Trading-Plan.
Der Trading-Plan geht aber einen Schritt weiter. Zur Strategie kommt eine Komponente, die in keinem Regelwerk steht: Du selbst. Die gleiche Strategie kann von Menschen mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen gehandelt werden. Der eine hat mehr Kapital, die andere weniger Zeit, der Dritte will Gewinne regelmässig entnehmen. Der Plan beschreibt, wie genau Du die Strategie handelst.
Wichtig dabei: Es geht nicht darum, eine robuste Strategie so lange umzubauen, bis sie sich gut anfühlt. Die Regeln für Einstieg, Ausstieg und Trade Management bleiben, wie sie sind. Was Du festlegst, ist der Rahmen, in dem Du sie umsetzt.
Welche persönlichen Angaben gehören in Deinen Trading-Plan?
Wenn ich einen Trading-Plan aufbaue, starte ich nicht mit dem Chart, sondern mit den Zahlen und Zielen der Person, die ihn handelt. Diese Fragen solltest Du für Dich beantworten und schriftlich festhalten:
Diese Angaben machen aus einer allgemeinen Strategie Deine Strategie. Viele handeln eine Strategie eins zu eins so, wie unzählige andere sie auch handeln. Ein Trading-Plan bringt Dich dazu, sie Dir zu eigen zu machen, sodass Du Deine Trades mit dem gewünschten Risiko und mit Blick auf Deine eigenen Ziele entspannt eingehen kannst.
Und genau diese Entspannung ist kein Luxus. Sie erhöht Deine Chancen deutlich, die Strategie auf Dauer so umzusetzen, wie sie gedacht ist.
- Mit welchem Kapital handelst Du diese Strategie?
- Welches Risiko pro Trade hast Du Dir errechnet?
- Wie viele Positionen möchtest Du mit dieser Strategie maximal eingehen?
- Welchen maximalen Drawdown bist Du bereit zu tragen?
- Was sind Deine Ziele: Soll das Geld langfristig stehen bleiben, oder möchtest Du regelmässig etwas entnehmen?

Wie passt der Trading-Plan in Deinen Alltag?
Auch wenn Du sehr flexibel handelst, lohnt sich ein Eintrag zu Deinem Tagesablauf. Wir handeln Währungen auf dem Tageschart, da bist Du zeitlich sehr frei, wann Du in die Charts schaust. Trotzdem empfehle ich Dir, aufzuschreiben, wann und wie Dein Trading in Deinen Tag passt.
Vielleicht hast Du morgens eine kleine Routine: Der erste Kaffee läuft durch, Du setzt Dich mit der frisch gebrühten Tasse hin und gehst Deine Trades ein. Vielleicht ist Dein Morgen aber eher ein Sprint, Du willst früh aus dem Haus und nutzt stattdessen die erste Pause bei der Arbeit, um Deine Positionen zu prüfen. Beides ist in Ordnung. Wichtig ist, dass Du es weisst und notierst.
Dieser Eintrag wirkt auf den ersten Blick banal. Er sorgt aber dafür, dass Dein Trading einen festen Platz in Deinem Tag bekommt, statt irgendwo dazwischengeschoben zu werden.
Was tust Du, wenn im Live-Trading etwas schiefgeht?
Am Ende unseres Trading-Plans steht ein Abschnitt mit der Überschrift: «Folgende Situationen können im Live-Trading der Strategie passieren und wie gehe ich damit um». Hier trifft Theorie auf Praxis. Wie die Strategie umgesetzt wird, ist klar. Aber was passiert, wenn der Alltag dazwischenkommt?
Ich will nicht schwarzmalen, aber ein paar Situationen solltest Du einmal in Ruhe durchdenken:
Das Laptop-Beispiel ist ein Klassiker. Du trägst ihn im Rucksack zur Arbeit, irgendetwas läuft aus, und als Du Deine Trades prüfen willst, startet das Gerät nicht mehr. Jetzt wäre es gut, den Broker zu kontaktieren und die Kontonummer parat zu haben. Und dann kommt der Moment: Die steht doch in meinen Mails. Die auf dem Laptop.
Mein konkreter Tipp: Notiere die Kontaktdaten Deines Brokers und Deine Kontonummer an einem Ort, der nicht auf Deinem Trading-Gerät liegt, und schreib den Ablauf für einen Verklicker als kurze Schrittfolge auf. Für diesen Teil kannst Du auf Fehler zurückgreifen, die Dir im Demo-Trading oder beim Üben passiert sind. Dort haben sie noch kein Geld gekostet, im Live-Trading bist Du dann vorbereitet.
- Du hast Dich verklickt: Wie schliesst Du den falschen Trade routiniert und eröffnest ihn danach korrekt neu?
- Du hast eine zu grosse oder zu kleine Lotgrösse gewählt: Was ist Dein nächster Schritt?
- Dein Laptop fällt aus: Wie erreichst Du Deinen Broker, um Deine Positionen zu prüfen?
Hinweis: Trading ist mit Risiken verbunden. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Ist ein Trading-Plan dasselbe wie eine Trading-Strategie?
Nein. Die Strategie mit Chart-Setup, Einstieg, Ausstieg und Trade Management ist ein Teil des Trading-Plans. Der Plan ergänzt sie um Dich: Dein Kapital, Dein Risiko pro Trade, Deine maximale Anzahl Positionen, Deinen maximalen Drawdown, Deine Ziele und Deinen Alltag.
Darf ich meine Strategie im Trading-Plan anpassen?
Die Regeln einer robusten Strategie solltest Du nicht verändern. Festlegen darfst Du den persönlichen Rahmen, also mit welchem Kapital und welchem Risiko Du sie handelst und welche Ziele Du damit verfolgst.
Brauche ich einen Trading-Plan, wenn ich zeitlich flexibel handle?
Ja. Auch wenn Du wie wir auf dem Tageschart handelst und frei bist, wann Du in die Charts schaust, lohnt es sich, Deine Routine und Deine Rahmendaten einmal schriftlich festzuhalten.
Was gehört in den Notfall-Teil eines Trading-Plans?
Situationen, die im Live-Trading passieren können, etwa ein Verklicker, eine falsche Lotgrösse oder ein ausgefallener Laptop, jeweils mit einem klaren Ablauf. Dazu gehören die Kontaktdaten Deines Brokers und Deine Kontonummer, griffbereit ausserhalb Deines Trading-Geräts.
FAZIT
Du gehörst in den Plan
Eine gute Strategie ist nur die halbe Miete. Erst wenn Du Dein Kapital, Dein Risiko, Deine Ziele und Deinen Alltag dazuschreibst, wird daraus ein Plan, den Du entspannt handeln kannst, auch an Tagen, an denen etwas schiefgeht.

