Über diese Folge.
„Ich hätte gedacht, ich wäre weiter.“
Kennst Du diesen Gedanken? Ich kann ihn nur allzu gut verstehen. Du machst Deine Trading-Ausbildung, kennst Deine Strategie, handelst auf dem Tageschart, bist motiviert und schaust regelmässig in die Charts. Und nach ein paar Monaten stellst Du fest: So richtig weit bist Du noch nicht gekommen.
Warum eigentlich?
Vor ein paar Tagen habe ich mir einen Videokurs gekauft. Nicht zum Trading - es ging ums Erstellen von Videos. Und beim Einloggen ist mir etwas aufgefallen: Alles stand sofort bereit. Alle Lektionen, alle Materialien, sogar die Software. Ich hätte nachts um zwei anfangen können.
Es gab genau eine Bremse in diesem ganzen System: mich.
Beim Trading lernen ist das anders. Da gibt es einen zweiten Mitspieler - den Markt. Und der hat kein Interesse daran, Dir beim Lernen zu helfen. Daraus entsteht ein Paradox, über das wir in dieser Folge sprechen: Ausgerechnet die wenigen Minuten am Tag, die beim Trading auf dem Tageschart Dein grösster Vorteil sind, sehen beim Lernen wie Dein grösster Nachteil aus.
Diese Folge ist für Dich, wenn Du langsamer vorankommst, als Du erwartet hast - obwohl Du Dich intensiv damit beschäftigst. Denn vielleicht bist Du gar nicht so weit zurück, wie Du denkst. Vielleicht misst Du Deinen Fortschritt einfach an der falschen Stelle.
DAS NIMMST DU MIT
Die drei wichtigsten Learnings aus der aktuellen Folge
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Beim Trading gibt es einen zweiten Mitspieler
Wenn Du beispielsweise einen Videokurs machst, kannst Du selbst entscheiden, wie viel Zeit Du investierst und wie schnell Du die Lektionen durcharbeitest. Beim Trading ist das anders. Du kannst Deine Strategie kennen und perfekt vorbereitet sein. Aber ob Du heute ein passendes Setup bekommst, entscheidet der Markt.
Und diese Gelegenheiten lassen sich nicht erzwingen. -
Nach 15 Trades kannst Du Deinen Prozess beurteilen, aber noch nicht Deine Ergebnisse
Wir haben in diesem Jahr bis Anfang November rund 60 Trades gemacht. Und erst damit gibt es überhaupt eine Grundlage für eine erste aussagekräftigere statistische Auswertung.
Wenn Du nach drei Monaten gerade einmal 15 Trades gemacht hast, ist es deshalb viel zu früh, Deine Strategie anhand der bisherigen Gewinne und Verluste zu bewerten.
Was Du aber sehr wohl beurteilen kannst, ist Dein eigener Prozess.Hast Du Deine Regeln eingehalten? Hast Du nur Deine Setups gehandelt? Hast Du Dein Risiko korrekt umgesetzt? Diese Fragen kannst Du schon nach wenigen Trades beantworten. -
Nutze Deine Motivation dort, wo sie wirklich etwas bringt
Es gibt beim Trading zwei Bereiche. Der erste hängt vollständig von Dir ab. Du kannst Deine Regeln lernen, historische Charts durchgehen, Deine Setups trainieren und Dein Trading-Journal auswerten.
Hier kannst Du jederzeit zusätzliche Zeit investieren. Der zweite Bereich hängt vom Markt ab. Echte Trading-Gelegenheiten, offene Positionen und die Erfahrung, einen Trade konsequent durchzuhalten, kannst Du nicht einfach herbeiführen. Hier hilft Dir vor allem Geduld.
Fazit
Vielleicht bist Du nach drei Monaten noch nicht dort, wo Du gerne wärst. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass Du zu langsam lernst oder zu wenig motiviert bist.
Es kann schlicht daran liegen, dass Du gar nicht genügend Gelegenheiten bekommst, um Deine Motivation einzusetzen.
Deshalb:
Bewerte Deinen Prozess von Anfang an. Aber gib Deinen Ergebnissen genügend Zeit. Und nutze Deine Motivation für die Dinge, die Du tatsächlich beeinflussen kannst.
Verpass keine Folge mehr.
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